Familie von Groote
 
Mitte des 16. Jahrhunderts erreichte der spanisch-niederländische Krieg Gent und zwang Mathias de Groote zur Flucht nach Ypern. Zu Ende des 16. Jahrhunderts musste sein Sohn, der strenge Katholik und Reformationsgegner Nikolas de Groote, seine protestantische Heimat verlassen und floh nach Köln. Auf dieser Flucht wurde er von seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern getrennt. Die Familienchronik berichtet, dass er seine Frau 1580 nach langer Suche in der Kölner Römergasse Unterricht erteilend wiedergefunden habe. Auf einem Schild soll gestanden haben: „Allhier gibt Frau de Groote Unterricht im Lesen und Schreiben“. Seine Familie war zunächst mittellos, doch etablierte sie sich schnell in Kölner Kaufmannskreisen.
 
 
 
Kölner Ratsherr im 16. Jahrhundert
 
 
Sein Sohn Heinrich wurde bereits Ratsherr in Köln, dessen gleichnamiger Sohn Heinrich wurde bereits Bürgermeister. Auch die nächsten beiden Generationen stellten regelmäßig und oft Kölner Bürgermeister. Neben kaufmännischem und politischem Engagement war die Familie von Groote auch stets in humanitären und kirchlichen Feldern aktiv. Jacob de Groote ließ den als cimiteria exulum eingerichteten Friedhof St. Katharinen, genannt Elendsfriedhof, einfrieden. Dies war der Friedhof, auf dem alle Fremden, die Hingerichteten und die im Gefängnis verstorbenen, aber auch die Kölner Protestanten sowie die Verstorbenen der Kölner Stadtsoldaten beerdigt wurden. Jacob stiftete zwei theologische Lehrstühle und öffentlichen Unterricht für arme Kinder. Der 1627 geborene Jacob (der Jüngere) de Groote ließ den Friedhof mit einer Mauer und einem eisernen Gitter versehen, weil er mit angesehen hatte, wie ein Hund an den Knochen eines kurz zuvor Beerdigten nagte. In seinem Testament stiftete er 30.000 Reichstaler zur Unterstützung kultureller und sozialer Zwecke, unter anderem zur Unterstützung armer Handwerkslehrlinge.
Franz Jacob von Groote und sein Bruder Everhard Anton Jacob Balthasar waren die Stifter der auf dem Elendsfriedhof erbauten Kirche St. Gregorius im Elend. Everhard von Groote war Präsident der Kölner Armenverwaltung.